Informationen zur Typisierung

 

WARUM DIE STAMMZELLSPENDE SO WICHTIG IST.

1. Einen geeigneten Stammzellspender für einen Patienten zu finden,
kann unglaublich schwer sein. Entscheidend für die erfolgreiche Übertragung
von Stammzellen ist die Übereinstimmung der Gewebemerkmale
(HLA-Merkmale) zwischen Spender und Patient. Diese ist bei
Nichtverwandten äußerst selten, da inzwischen über 16.000 verschiedene
Gewebemerkmale bekannt sind, die in Abermillionen Kombinationen
auftreten können.


2. Über 8 Mio. Spender sind mittlerweile bei der DKMS im weltweiten
Verbund registriert. Dennoch warten viele Blutkrebspatienten, die eine
Transplantation benötigen, vergeblich auf einen geeigneten Spender.
Daher sind auch Sie so wichtig: Ihre Stammzellen können vielleicht
schon morgen Leben retten.


3. Grundsätzlich kann jeder, der im Alter zwischen 17 und 55
Jahren und bei guter Gesundheit ist, als potenzieller Stammzellspender
registriert werden. Außerdem sollten Sie mindestens 50 kg schwer
sein und kein starkes Übergewicht haben, d. h. der Body Mass Index
sollte nicht mehr als 40 betragen (BMI = Gewicht / Körpergröße in m2).
Mit einem Wangenabstrich (Speichel) werden Ihre Gewebemerkmale bestimmt.

Zeigen diese eine Übereinstimmung mit denen eines Patienten, folgen weitere Tests.


4. Die Stammzellen befinden sich in hoher Anzahl im Knochenmark des
Beckenkamms. Werden Sie als einer der Wenigen ermittelt, die vielleicht
Leben retten können, gibt es zwei verschiedene Verfahren, Stammzellen
zu spenden:

DIE PERIPHERE STAMMZELLENTNAHME
(wird in 80 Prozent der Fälle angewandt)

• Dem Spender wird über 5 Tage der Wachstumsfaktor G-CSF verabreicht,
der auch natürlich im Körper vorhanden ist. Dieses Medikament
steigert die Anzahl der Stammzellen im Blut, die dann über ein
spezielles Verfahren direkt aus dem Blut gewonnen werden.


• Während der Gabe des Medikaments können grippeähnliche Symptome
auftreten.


• Es ist kein stationärer Aufenthalt notwendig.


• Dieses Verfahren wird bei der DKMS seit 1996 angewandt. Lang -
zeitnebenwirkungen sind nach dem heutigen Forschungsstand nicht
belegt.

 

DIE KNOCHENMARKENTNAHME
(wird in 20 Prozent der Fälle angewandt)


• Bei dieser Methode werden dem Spender unter Vollnarkose aus
dem Beckenkamm ca. 5 Prozent seines Knochenmarks entnommen.


• Dieses regeneriert sich etwa nach 2 bis 4 Wochen wieder.


• Nach der Entnahme kann für wenige Tage ein lokaler Wundschmerz
entstehen – ähnlich dem einer Prellung.


• Zur Knochenmarkentnahme bleibt der Spender für 2 bis 3 Tage
im Krankenhaus. Anschließend sollte er nach Rücksprache mit der
Entnahmeklinik zur Erholung für ein paar Tage zu Hause bleiben.


• Das Risiko der Knochenmarkentnahme ist gering. Es beschränkt sich
im Wesentlichen auf das Narkoserisiko.
Welches Verfahren zur Stammzellgewinnung beim Spender angewandt
wird, richtet sich nach den Belangen des Patienten. Nach Möglichkeit
wird auf die Wünsche des Spenders Rücksicht genommen. Bei beiden
Verfahren werden die anfallenden Kosten sowie der Verdienstausfall des
Spenders übernommen.


5. Geldspende: Im Kampf gegen Blutkrebs zählt jeder Euro, denn
allein die Registrierung eines neuen Spenders kostet die DKMS 35 Euro.
Deshalb freuen wir uns, wenn unsere Spender die Kosten ihrer Registrierung
ganz oder teilweise übernehmen. Da dies jedoch nicht allen
möglich ist, benötigen wir dringend Geldspenden, die uns unserem Ziel
näher bringen: den Blutkrebs zu besiegen.


6. Weitere Informationen erhalten Sie vor Ort, auf dkms.de oder
direkt bei der DKMS.


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Stand: September 2017